Was ist Diabetes?

Diabetes oder „Zuckerkrankheit“ umfasst eine Gruppe anhaltender Störungen des „Zucker“- oder Glukose-Stoffwechsels. Gemeinsames Kriterium aller Formen des Diabetes ist der erhöhte Blutzuckerwert. Bei gesunden Personen beträgt der Blutzucker unter 100 mg/dl nüchtern bzw. unter 140 mg/dl nach dem Essen. Patienten mit Diabetes haben Blutzuckerwerte nüchtern über 126 mg/dl oder nach dem Essen sogar über 200 mg/dl.

Es gibt verschiedene Formen des Diabetes mellitus, die sich hinsichtlich Ursachen, Krankheitszeichen und Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden. Die beiden wichtigsten Formen sind Typ 1 Diabetes und Typ 2 Diabetes. In Deutschland sind ca. 7,5 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt (12% der Bevölkerung), weltweit leiden etwa 264 Millionen Menschen an Diabetes. Die Häufigkeit von Diabetes-Erkrankungen nimmt weltweit zu.

Zeichen und Folgen

Störungen des Blutzuckers führen zu unangenehmen, zum Teil bedrohlichen Krankheitszeichen. Ist der Blutzuckerwert zu hoch („Hyperglykämie“), leiden die Betroffenen beispielsweise unter Durst, Harndrang, Müdigkeit, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche und Gewichtsverlust. Ein erhöhter Blutzucker kann anfangs allerdings auch keine Beschwerden verursachen und daher zunächst unentdeckt bleiben.

Ist der Blutzuckerwert zu niedrig („Hypoglykämie“), kommt es zu Kribbelgefühl oder pelzigem Mund, Nervösität und Zittrigkeit, Schweißausbrüchen und Heißhunger. In extremen Fällen kann die „Unterzuckerung“ zu Sprachstörungen, Schwindel, Krämpfen, Lähmungen und Bewusstseinstrübung führen.

Patienten mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko für akute Komplikationen (z.B. hoher Blutzucker und Ketoazidose infolge Insulinmangel oder zu niedrige Blutzuckerwerte während der Behandlung mit Insulin) und ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen an Augen, Niere, Nerven und dem Herz-Kreislaufsystem.

Bedeutung und Perspektiven

Die Symptome und Risiken zeigen, dass Diabetes mellitus eine ernsthafte Erkrankung ist, die in jedem Fall so früh wie möglich behandelt werden muss – und das meist lebensbegleitend. In den vergangenen Jahren ist es gelungen, mit genaueren Untersuchungen, neuen Medikamenten und deren Anwendung sowie neuen Formen der Blutzuckermessung die Behandlung und Lebensqualität von Patienten mit Diabetes deutlich zu verbessern. Zwar wird Diabetes mellitus auch in nächster Zukunft nicht heilbar sein, doch werden durch die Diabetes-Forschung ständig neue Erkenntnisse über Ursachen des Diabetes und deren Behandlung gewonnen.